jooki
Die „Giga-Bingo“ Illusion

7 Kommentare | 05.08.2012 | Ideologies, Jokey Joke, Religiöse Feelings, Science |

Meine Hochachtung gilt Thomas Metzinger (wikipedia) für sein stringentes Denken und die Art wie er dieses mitzuteilen im Stande ist. ( Wer das „Äh“ in seinem Vortrag findet kriegt ‚gwinnt a Kisten Bier! )

Er macht nämlich in diesem Vortrag beim Kongress für Mediation und Bewußtseinsforschung auch einige üppige Fässer auf:

u.a. die These, dass nicht die Wissenschaft das Gegenteil von Religion ist, sondern dass ihr Gegenüber die Spiritualität steht, als eine auf vergleichbarer Ebene entgegengesetzte Form der menschlichen Wahrheitssuche.
Ebenso aufschlussreich ist das Evolutionsmodell religiöser Gefühle: „Selbsttäuschungen, Wahnideen und Verdrängungsmechanismen“ haben zu allen Zeiten, den Vorpflanzungserfolg von Menschen begünstigt und vieles mehr.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=01whxoB2dMw&feature=relmfu[/youtube]

Letztlich geht um die einfache Frage, warum man mit dem Papst nicht über Religion reden kann, es geht um „intellektuelle Redlichkeit und selbstkritischen Rationalismus“.

Ich biete mal den Einstieg bei Teil 4/6 an, weil’s da mit Nieztsche so langsam ans Eingemachte geht, aber auch die Aufwärmphase ist stark!
Metzinger hatten wir auch schon im Gespräch mit Precht, der ab 2. September eine neue Gesprächsreihe im ZDF hat.

7 Gedanken zu „Die „Giga-Bingo“ Illusion

  1. jooki

    Interessanter Weise beschreibt er Religion und Wissenschaft als strukturell verwandte Prozesse, aber eben nicht gegensätzlich, da in beiden schlicht und ergreifend nach unterschiedlichen Dingen gesucht wird. Eine spirituelle Haltung hingegen will ebenso wie religiöse eine Wahrheit finden, aber eben auf Erkenntnis basierend und nicht auf Selbstbehauptung.

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  2. jjobo the hobo

    Eine spirituelle Haltung will eine auf Erkenntnis beruhende Wahrheit finden? Das ist ja aber wohl ein anderer Erkenntnisbegriff als der in der Wissenschaft, oder was?
    .
    Und was bedeutet hier Selbstbehauptung? Für mich ist das irgendwie sowas wie „sich in der Welt zurechtfinden“, „es sich und anderen beweisen“, „against the odds“. Für mich ist Religion eher das sich selbst Einreden (oder häufiger von anderen einreden lassen) von etwas fraglichen Dingen und sich so seiner eigenen – tendentiell sinnlosen – Existenz einen vermeintlichen Sinn und Halt geben.
    .
    Whatever, viellicht sollte ich mir erstmal den Vortrag geben, wobei ich das beim letzten Mal, glaube ich, auch wg. philosophischem Schwadronieren und Begriffswichserei abgebrochen hab. kann mich da aber irren.

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  3. jooki

    Selbstbehauptung der Religion, das beantwortet definiert er im Vortrag humorig zutreffend als Dogmatismus: „Ich verteidige meine Überzeugung aus dem schlichten Grund, weil ich sie schon habe.“ …wieder eine vorkürzte Darstellung, einer der wenigen sinnvollen Äussageabsichten, die mir auf philosphischen Niveau in letzter Zeit begegnet sind.

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  4. blubb

    Der Vortrag ist – in Metzingermaßstäben gerechnet – auf fast unerträglich populärem niveau. beschäftige dich etwas eingehender mit seiner forschung (wenn ich sage: etwas, dann meine ich auch: etwas) und/oder leg dir sein buch „der ego tunnel“ zu. du wirst erstaunt sein, wieviele fässer er auf dem meditationskonkress – nicht – aufgemacht hat^^

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