15 Gedanken zu „schon GEZeichnet?

  1. t001t001

    „Eine große Reform des Rundfunkbeitragsstaatsvertrags ist dringend
    notwendig. Öffentlich rechtliche Sender müssen sich nach dem Pay-TV
    Prinzip oder durch Werbeeinnahmen finanzieren. Alles andere ist
    unlauterer Wettbewerb und ein Verstoß gegen bürgerliche Freiheitsrechte.“

     
    Also ich habe kein Interesse an einem Amerikanischen System. Dort muss man entweder ordentlich für seine Sender blechen ala Sky (ehemals Premiere) oder rein werbefinanziert. Dann kriegt der Bürger keine halbwegs seriöse Nachrichten mehr (FOX).
     
    Unsere öffentlich rechtlichen sind zwar nicht so gut wie die aus England (BBC), aber ich bin mit denen die ich schaue (3Sat, Arte, Ard) zufrieden. Zumal Sie auch einen Bildungsauftrag haben. Die sollten sich lieber einigen dass die Ihr Internetangebot weiter ausbauen können!
     
    Wer von euch will denn noch mehr RTL und Prosieben? Nevertheless kann man über den Beitrag sprechen, welcher geringer sein sollte.

    Love & Peace

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  2. clxcylixe Artikelautor

    Die Problematik ist ein steuerfinanziertes Mediensystem, welches (a) sich noch zusätzlich von Werbeeinnahmen finanziert (nicht zu vergessen die Schleichwerbungsskandale der letzten Jahre) und somit einen Kartellvorteil hat, und (b) Zwangseinnahmen von Bürgern bezieht, die das Medienangebot überhaupt nicht nutzen.

    Das (c) der angeforderte Bildungsauftrag seit Jahren dabei hinten ansteht kommt nur noch erschwerend hinzu. Wer sich schonmal die Budgetvergabe eines öffentlich rechtlichen Senders angeschaut hat, wird feststellen, dass Info/Doku/Kunst in den topf Kultur fällt, der sich z.B. mit Sport geteilt wird und den Großteil der Finanzen abgreift.

    An einem amerikanischen System gibt es sicherlich einiges auszusetzen. Aber das ist auch nur eine Lösungsstrategie. Die Kehrseite der GEZ könnte meiner Meinung nach auch eine Kultursteuer sein, mit der dann aber auch jegliche Ansprüche der Medienkonzerne abgegolten sind.

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  3. claimsiclaimsi

    Vielleicht kann man das System irgendwie anders organisieren, aber ich befürchte, ein Privatsender hätte einen Film wie den über den Flüchtlingsjungen, den ich hier grad beworben hab, nie produziert. Von daher gehe ich mit Ollof

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  4. jooki

    Die erpressen von den Bürgern über 7,5 Milliarden, jährlich. Das ist mehr als die hart arbeitenden Film-, Musik-, Gameindustrie und wahrscheinlich Privatsender-Industrien zusammen. Ginge es um den Bildungsauftrag: D-Radio kostet z.B. 200 Millionen. Alle sinnvollen Kultur-, Informations- und Politkanäle zusammen vermutlich weniger als eine Milliarde.
    Der Rest geht nur zur Hälfte für die Produktion von redundantem Nonsense drauf, den kostenlos zu fabrizieren sich Private sonst reißen würden (werbefinanziert).
    Die andere Hälfte dieser monströsen Summe versickert einfach komplett in den Untiefen dieses übersättigten Staatsfernsehens. Weil sie jetzt jeden Haushalt abzocken hätten die Beiträge auf jeden Fall sinken müssen, aber die holen sich immer mehr. Ist einfach nur das bürgernaheste Beispiel für mutierende Staatstrukturen.

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  5. t001t001

    @cyixe
    ich sehe auch Probleme, wenn die ÖRR zusätzlich Werbung einspielen um so mehr Geld zu erhalten. Jedoch sind sie immer in gewisser Weise eine Konkurrenz zu den privaten, welche rein Gewinn orientiert arbeiten. (siehe Scripted-Reality)
    zu b) natürlich ist es nicht fair,wenn jemand etwas bezahlt ,obwohl er es nicht nutzt. Ich kenne jedoch keinen der nicht ein Radio oder Handy hat. Hier stellt sich auch die Frage wie könnte ein faires Bezahlsystem aussehen? Pro Radio oder Fernseher zahlen ergibt keinen Sinn, dass hat uns die GEZ gezeigt;-)
    Die Menschen die es sich nicht leisten können sind eh davon befreit. (Studenten, Sozialhilfeempfänder,..)
    c) da Stimme ich Dir zu, dass der Bildungsauftrag zu kurz kommt. Sie brauchen aber auch Quote um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Das dies nicht immer ein hergeht mit Kunst und Kultur muss ich hier nicht erläutern. Ich kann hier mal auf 2 gute Beiträge verweisen vom Symposion des Initiativkreises Öffentlicher Rundfunk (IÖR) zum Thema „Public Value. (gegen Quote) pro Quote

    “Die Kehrseite der GEZ könnte meiner Meinung nach auch eine Kultursteuer sein, mit der dann aber auch jegliche Ansprüche der Medienkonzerne abgegolten sind.“

    Ich glaube Niederlande macht das bereits mit der Steuer. Dies birgt aber wieder die Gefahr der Unabhängigkeit vom Staat, da müssten sich bei uns doch eigentlich die Haare hochgehen?!
    Ich bin froh, dass es öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben. Dieser muss aber modernisiert werden. Deshalb finde ich den Gesellschaftlichen Diskurs auch gut, jedoch sollten wir die Probleme einzeln besprechen,wie zu hohe Abgaben oder die komische Berechnung von Gebühren von Firmen (Rossmann) oder warum der Fussball unbedingt bei Ard + ZDF sein muss (Quote). Auch das die Mediathek gute Beiträge nach 2 Wochen wieder entfernen muss finde ich schade.
    Jedoch ist dein Peditionsvorschlag gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, was mein Meinung nach das falsche Zeichen ist.

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  6. jooki

    @ Olof „Gefahr der Unabhängigkeit vom Staat“ ähh?!…

    Die Staatsfernsehens-Finanzierung stammt aus der Zeit als es keine privaten Anbieter gab, da hat das auch Sinn gemacht. Heute holen sie einem jungen Menschen mit eigener Wohnung jährlich über 200 Euro aus der Tasche, um auf gefühlten 100 Radio- und Fernsehkanälen Zeug zu produzieren das er nicht braucht.

    Es gibt in Wahrheit keine rechtsstaatliche Grundlage Menschen zu zwingen mit ihrem Geld so ein bürgerliches Entertainmentpaket aus Fussball, Wetten dass…, Lindenstraße, Marienhof, Tatort und dergleichen Krempel zu finanzieren, weil das eben keine informellen und kulturellen Grundbedürfnisse deckt.

    Die Leute in Deutschland scheinen ziemlich automatisch alles o.k. zu finden was man ihnen auftischt und die C-Promi-Politiker, die sich selbst im kleinsten Regionalsender Aufsichtsrat Ärsche platt sitzen und versilbern lassen, stellen nach Kräften sicher dass sich am geistigen Einheitsbrei in diesem Land auch nichts ändern wird, der wallungsfrei irgendwo zwischen CDU~SPD rumschwabbt.

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  7. j

    ich stimme grundsätzlich eher mit olof überein. klar gibt es da unmengen an filz und sachen die verbessert werden müssen but that’s „democracy“ for you. die beste von den vielen schlechten lösungen, die wir haben. das ist nicht funktioniert liegt nicht am system, sondern an den raffgierigen menschen, die es ausnutzen. wie immer.
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    und das da kram finanziert wird den wir scheiße finden und den wir nicht mitfinanzieren wollen und wo wir sagen wollen „das interessiert mich alles nicht, ich will da garnix zahlen“: das nennt man solidarität. ist ja nicht nur bei den rundfunkgebühren sondern bei renten- und krankenkasse etc. genauso. und ich finde das THEORETISCH eine sehr okaye sache, auch wenn es in der praxis natürlich alles nicht funktioniert.
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    die alternativen sind aber wie immer noch beschissener als der status quo oder hab ich jetzt einen vorgschlage nicht mitbekommen, der irgendwie das system verbessern würde?
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    generell, petitition metition, was das schon wieder ändern wird, wenn die da eine anhörung machen und es dann ignorieren.

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  8. jooki

    Gutes Argument Jobo, Renten- und Krankenkasse bezahlen wir nicht weil wir es für eine so nette tolle Sache halten, sondern wir haben alle Bürger verpflichtet da einzuzahlen. Etwas Lebensnotwendiges ist ein Argument für eine Solidargemeinschaft.
    Die Behauptung das Programm des Staatsfernsehens sei lebensnotwendig, ist einfach amüsant. Ich bin ehrlich erstaunt, dass hier keiner differenzieren oder erkennen kann oder will, dass die gerade ohne zulässige Begründung eine neue Steuer zementiert haben.

    Darum geht es hier!

    Im Gegenteil sind 3/4 des Programms sogar substanziell überflüssig. Musikantenstadl, Wintersport oder Hollywoodfilme vom Bürger bezahlen lassen ist sinnlos, weil natürlich Anbieter ausgebootet werden, die dem Volke seine Ablenkung kostenlos werbefinanzieren würden.

    Ich hab jetzt mal sponti-mäßig 3/4 gesagt. Würde man nämlich die neue Rundfunkgebühr um durch diesen Faktor teilen kämen wir auf die alte ca. 5€ Radiogebühr zurück. Das ist eine Summe die, wenn sie jeder zahlen würde ein Programm voll von Kultur, Information und Politik Programm finanzieren würde und mit einer Grundversorgerung begründen ließe, weil es das ohne Öffreffs nicht geben würde.
    Eine tragfähige Regelung, die sie genau gerade abgeschafft haben. Deswegen ist die Forderung sie abzuschaffen ein angemessen heiteres Statement.

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  9. jjobo the hobo

    In den USA wird Krankenkasse ja auch nicht als lebensnotwendig sondern als Kommunismus angesehen, auch das ist also Definitionssache.
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    Davon mal abgesehen, was genau ist jetzt dein Vorschlag? Rundfunkgebühren (vielleicht hab ich da was falsch verstanden, hat sich da noch was geändert außer das es jetzt pro Haushalt und nicht mehr pro Apparat gilt?) sollen 3/4 geringer werden (und freiwillig?) und nur(?) „Kultur, Information und Politik“ (aber keinen Sport etc? Oder ist das Information?) finanzieren? Oder wie? Wo ist da, außer im Preis, der Unterschied zu jetzt?
    .
    Und dann nochmal: WER entscheidet, was „Kultur“ etc ist? Ich kann auch auf Thomas Gotschalk und Musikantenstadl verzichten und würde dem jedes „Kultur“-Siegel absprechen aber anderersrum können sicher viele Menschen gut auf Randgruppendokus und Nerdsendungen verzichten, die du und ich geil finden und als „Kultur“ ansehen. Solange das ein solidarisch finanziertes System ist, wird da IMMER was dabei sein, dass irgendjemand scheiße findet. Und das ist auch gut so, solange auch was dabei ist was man toll findet.
    .
    Wenn man da nochmal ein paar Jahrzehnte weiterdenkt reden wir ja hier über die Kulturflatrate. Und ich denke, dass auch die nicht auf freiwilliger Basis funktioniert, sondern nur als Steuer für alle oder an Internet-/Telefon-Vertrag gepoppelt. Wie soll denn sowas sonst funktionieren? Komplettüberwachung des Internets, Stichproben, was du Downloadest und dann gucken ob du beim Kulturflatrate e.V. Mitglied bist, und wenn nicht kommst du in den Knast?

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  10. jooki

    Früher mussten sie dir nachweisen das du ein Gerät hast, da konntest Du mit dem Radiobeitrag einen Obulus entrichten, der sich vielleicht den Kosten dessen annähert was die für Kultur ausgeben. Oder dich dem komplett verweigern!
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    Jetzt muss einfach JEDER IMMER blechen!
    Für diesen bürgerlichen Entertainmentschmu. Das ist die unzulässige Steuer.
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    Kultur ist super einfach zu definieren 😉 – ist das, was andere aus finanziellen Gründen nicht produzieren würden. Aber genug, wir sind ja keine Trolle.
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    Wenn die in 10 -15 Jahren wieder den Preis verdoppelt und das Niveau halbiert haben. Werdet ihr das immer noch eine – Okaye Sache finden. Shifting baselines
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    Ihr wollt Neudenker sein? Coole Parteien wählen?
    Das hier ist sowas von CDU~SPD Thinking!

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  11. j

    okay, der unterschied zu früher und jetzt war mir so nicht klar. das ist natürlich schon echt assig. wieso wollen die dann ihre spione weiterhin behalten?
    .
    aber ich versteh immer noch nicht genau, was du willst. eine freiwillige rundfunkgebühr, wo nur mitmacht, der bock hat? glaubst du echt, das funktioniert?

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  12. jookijoik

    Danke der Nachfrage, das war auch unschön unklar. Einfach mal die Abschaffung zu fordern, sollte eher das Recht auf nichtstaatskonforme Meinungsäußerung ausdrücken, wenn die fordern sich unkontrolliert aufblähen zu können.Da müssten alle Politiker raus um sicherzustellen, dass wir uns nicht nur die Staatspropaganda selbst zu bezahlen.Dann bräuchte es eine massive Korruptionsbekämpfung und Optimierung in dem Verein und eine Verjüngung des Senderbestandes und des Programmes. Dann hätten wir die massive Kostensenkung auf ein vertretbares, realistisches Maß bald geschafft.Die Grundsicherung an Informationen und Kultur ist vertretbar mit einer Steuer zu finanzieren aber nicht dieses Unterhaltungskonglumerat. Die Steuer wäre dann sehr gering, und warum zum Geier sollte sie nicht auch einkommensabhängig sein?

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