crockl
The Act of Killing

6 Kommentare | 20.02.2013 | Cinematograph, Politics, Tous les Crêpes |

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=tQhIRBxbchU[/youtube]

Wir hatten das Glück Karten für den Panorama Publikums Preis der Berlinale gewonnen zu haben. Dieses Jahr hat mit The Act of Killing ein sehr streitbarer (ca. 20-30 Leute haben das Kino verlassen!) Streifen gewonnen! Krasser Film – anschauen! Hier ein knappes aber gutes Interview mit dem Regisseur Joshua Oppenheimer.

 

6 Gedanken zu „The Act of Killing

  1. jj

    Und NATÜRLICH hatten auch da die USA/der Westen ihre blutbeschmierten Finger im Spiel, weil sich da grad‘ sowas wie eine demokratische Bewegung (Kommunisten!) formte:
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    „That goal was achieved when Suharto took power in 1965, with Washington’s strong support and assistance. Army-led massacres wiped out the PKI and devastated its mass base in „one of the worst mass murders of the 20th century,“ comparable to the atrocities of Hitler, Stalin, and Mao, the CIA reported, judging „the Indonesian coup“ to be „certainly one of the most significant events of the 20th century (4)“. Perhaps half a million or more were killed within a few months.
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    The events were greeted undisguised euphoria. The New York Times described the „staggering mass slaughter“ as „a gleam of light in Asia,“ praising Washington for keeping its own role quiet so as not to embarrass the „Indonesian moderates“ who were cleansing their society, then rewarding them with generous aid (5). Time praised the „quietly determined“ leader Suharto with his „scrupulously constitutional“ procedures „based on law, not on mere power“ as he presided over a „boiling bloodbath“ that was „the West’s best news for years in Asia“ (6).
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    The reaction was near uniform. The World Bank restored Indonesia to favour. Western governments and corporations flocked to Suharto’s „paradise for investors,“ impeded only by the rapacity of the ruling family. For more than 20 years, Suharto was hailed as a „moderate“ who is „at heart benign“ (The Economist) as he compiled a record of slaughter, terror, and corruption that has few counterparts in postwar history.“
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    Abartig.
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    Generell aber cool, ist ja genau eine der Fragen, die mich so umtreibt („das Böse“ im Menschen), obwohl ich mir auch nicht sicher bin, ob ich mir das ansehen kann.
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    Auch schön, wie er im Interview die Parallele nach Dland zieht wo die Nazis ja auch größtenteils ungeschoren davongekommen sind, weiter politische Ämter bekleidet haben und in den Chefetagen saßen(sitzen???).
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    History repeats itself.

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  2. crocklcrockl Artikelautor

    Den Film kann man gut ansehen – es gibt kaum sehr explizite Gewalt-Szenen. Eher fragt man sich tatsächlich wie lange man diese Menschen auf so einer Bühne erträgt.

    Die Politik dahinter wird eigentlich zur Nebensache. Es ist mehr ein Portrait.
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  3. jj

    @crockl: Mh, ja das hab‘ ich mir gedacht. Aber kann man da Erkenntnisse gewinnen, die über den Schock-Effeckt (die Mörder laufen bis heute unbestraft frei rum und haben kranke Realitätsverzerrungen) hinausreichen?

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  4. crocklcrockl Artikelautor

    ja, die gewinnt man in jedem Fall! Wie gesagt, es geht nicht um Schocks, es wird gaaanz langsam ein völlig krasses Psychogramm dieser Mörder und ihrer Umgebung gezeichnet!

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  5. duhdeduhde

    …ein bischen spät entdeckt, den thread:
    Hab den Film auch gesehen und Psychogramm trifft es ganz gut – zum einen von den Typen, zum anderen aber auch von der sie umgebenden Gesellschaftsdynamik.

    Kann den Film sehr empfehlen!

    Ich finde, der meistert einen ziemlich komplex-tiefgründigen Umgang mit einem Thema, das gerne ins Reich des heiligen Entsetzens verbannt wird, aufgrund der Abgründigkeit der Geschehenisse. Behandelt äußerst sensibel, nüchtern und gründlich die dunkle Seite der Menschlichkeit. Verschlägt auf jeden Fall die Sprache. Gibt Stoff, der erstmal verdaut werden will. Wirkt nach.
     
    Der Schock liegt bei der Seite des auslösenden Ereignisses selbst (bzw. der Ereigniskette), im Film wird alles andere als auf Effekte oder Affekte gesetzt.

    Absolut sehenswert.

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