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The Dark Knight Rises – reaktionäre Kapitalisten-Kackscheiße

4 Kommentare | 15.01.2013 | Cinematograph, Ideologies, Tous les Crêpes |

WTF IS THIS SHIT THAT I JUST WATCHED?

Hat jemand den schon gesehen und kann mir mal bitte seine Meinung zu Folgendem sagen (Achtung, natürlich SPOILER):

  • Der Böse will Robin Hood-mässig Reichtum umverteilen (Occupy, anyone?), das wird natürlich pervertert, weil … Sozialismus/Kommunismus waren ja in der Realität bisher auch immer Diktaturen! Ohne klaffender Schere zwischen Arm und Reich geht es nicht!
  • Als Waffe benutzt er einen Fusionsreaktor (der zur Atombombe umgebaut wird). In dem Zusammenhang fallen so Worte wie Green Energy, Save the Planet etc. Also: Finger weg, von den Erneuerbaren!
  • Bane ist ja behindert, oder (kann ohne seine Maske nicht atmen)? Und Batman macht ihn fertig, indem er ihm seine Krücken wegreißt/ihn aus dem Rollstuhl schubst (seine Maske terstört), wtf!?!
  • Die Böse ist AraberinTerroristin („Ghul“? You fucking Nazis.)
  • Obwohl ich den Schauspieler weiterhin liebe, ist diese hundeähnliche Unterwürfigkeit von Alfred, Batmans Butler, für mich nur schwer auszuhalten.
  • Überhaupt, Batman, du scheiß Bonzen-Kapitalist, wieso gillst ausgerechnet DU eigentlich als cooler als Superman? Der Rächer der 1%?
  • Davon, dass nicht-weiße Personen (abgesehen von Morgan Freeman) entweder Böse sind, maximal einen Satz sagen und meist sterben, sowie diesen absolut lachhaften Wrestling-mässigen Kampfszenen will ich garnicht erst anfangen.

Wie beschissen ist denn bitte dieser Film? Das einzig Gute (in 3 Stunden!) war echt:

Finanzheini: „This is a stock-exchange. There’s no money here that you could steal.“ Bane: „Really? Then why are you people here?“

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4 Gedanken zu „The Dark Knight Rises – reaktionäre Kapitalisten-Kackscheiße

  1. Lukas

    Vorweg: Ich stimme zu in dem Punkt, dass der Film arg kapitalismusfreundlich ist. Schlecht finde ich ihn deswegen nicht.

    1. „Der Böse“ will keine Umverteilung von Reichtum, er zerstört die
    bestehenden Herrschaftsstrukturen, um eine Mischung aus Chaos mit
    Rachestimmung und Militärdiktatur zu erschaffen; nicht aus Gutherzigkeit
    oder weil er in der dialektischer Materialismus-Vorlesung nicht
    aufgepasst hat, sondern um Gotham zu bestrafen (und das wiederum zum Teil, um Batman zu bestrafen, erklärt er aber alles im Film). Das hat mit Kommunismus nichts zu tun.2. Ich vermute mal, dass dieses Kugeldings auf die kalte Kernfusion anspielt. Sollte das funktionieren, wäre es also zum einen wirklich „green“ und wasweißich und auf der anderen Seite immernoch „nukular“, um mit Homer J. Simpson zu sprechen.3. Bane ist chronisch krank, ja, aber er ist auch „der Böse“. Man kann ihn natürlich auch barrierefrei umlegen. So ein Blödsinn.4. „Die Böse“ (übrigens ein intelligenter, sympathischer Charakter für weit über die Hälfte des Films) ist Araberin, so what? Ich verstehe das Problem nicht. Der Joker ist Amerikaner, Scarecrow ist Amerikaner, Kraven der Jäger ist Russe, Bane ist glaub ich Südamerikaner und eigentlich ist das überhaupt kein Problem. Es ist mir auch ein Rätsel, was an dem Namen Ghul so schlimm sein soll. Böse haben halt böse Namen.5. Hm, das sehe ich anders. Ansichtssache.6. Das ist halt ein Batman-Film. Wenn Batman die Stadt nicht retten würde, könnte man es gleich lassen. Über die Figur Batman zu diskutieren, würde da mehr Sinn machen. Ja, Batman als Figur ist nicht unproblematisch, da stimme ich dir zu. Allein die Tatsache, dass er einen Butler hat und guten Gewissens seine Millionen für teure Klamotten ausgibt in einer Stadt, in der (wie im 1. Film gesehen) der ein oder andere ein Armutsproblem hat.7. Ist mir nicht aufgefallen. Vielleicht solltest du weniger auf die Herkunft oder Hautfarbe der beteiligten achten.

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  2. j

    danke!
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    und nein, ich sollte nicht weniger auf die hautfarbe achten, im gegenteil. wie schwierig kann das denn sein, (mehr als) eine nicht-weiße person (die dann – zur abwechslung – auch von einer solchen gespielt wird!) in einem film unterzubringen, die nicht böse ist und eine sprechrolle hat (sogar im Batman Universum gäb’s da nämlich jemanden (und sie ist ne frau und lesbisch, wieviele boxen kann ein einziger charakter denn abhaken?))?
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    die mehrheit der amerikaner ist nicht weiß und das spiegelt sich in deren filmen in keinster weise wieder.
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    ich finde den film weiterhin sehr bedenklich, v.a. wenn man ihm im kontext von dieser hollywoodmaschinerie sieht (z.b. aktuell dieser total intellektuelle film über die ermordung bin ladens, der folter überhaupt nicht rechtfertig und wahrscheinlich sehr viele tiefgründige pakistanische charaktere in bedeutenden rollen hat. oder ist das eher ein weiterer film in dem trotz „exotischem“ setting nur amis mitspielen?).
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    für mich war batman das wieder eine bestätigung, warum ich mich von diesem quatsch möglichst fernhalten möchte, auch wenn alternativen natürlich schwer zu beschaffen sind.

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  3. jooki

    Find ich kritisch ernsthaft über sowas wie Batman-Filme zu reden und winde mich in Schmerzen wenn im Feuilleton wieder seitendicke Interpretationen stehen, wie man den jeweils aktuellen Hollywoodmist als tiefgründige Gesellschaftskritik sehen darf.
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    Letztlich gehts es darum soviele Schnitte, Explosionen und Fausthiebe in eine Überlänge zu packen, damit man Zuschlag an der Kinokasse verlangen darf und alle das episch finden. Diesem Anliegen ordnet sich alles andere der Produktion unter.
    Natürlich haben wir in der Realität nicht so lächerlich gekleidete Bösewichter und Terrorismus ist ein statistisch irrelevantes Problem. Batmans Geschäftstrilliarden folglich in Projekte für eine Solidargesellschaft und nicht geheime Superwaffen investiert werden müssen.

    Dass der Streifen aber trotz allem im oberen Mittelfeld aktueller Actionfantasy rangiert, was im Groben und Ganzen die Authentizität und Erträglichkeit des Geschehens angeht, ließe sich dennoch nicht leugnen.

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  4. j

    natürlich war mir vorher klar, dass dieser film crap ist.
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    das problem ist, dass es genügend idioten geben wird, die den total geil finden und auch ansonsten nur (noch schlechtere) hollywoodfilme schauen, die ihnen die gleiche reaktionäre scheiße in variation auftischt.
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    ich finde solche filme – wie gesagt – schon bedenklich, weil die einfach real eine propagandamaschine für total gestriges, überholtes denken sind. und wenn du AUSSCHLIESSLICH solchen blödsinn (+foxnews) reinziehst, wird das mit der zeit auswirkingen auf dein weltbild haben. und zwar keine positiven.
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    und für den von so einem mist indotrinierten ami ist eben terrorismus KEIN statistisch irrelevantes problem sondern eine „reale“ gefahr mit dem sie (und wir) uns in den überwachungsstaat hineinmanövrieren lassen und der dann irgendwann auch auswikungen auf die us-aussenpolitik hat.
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    und sagt mir jetzt bitte nicht, ich würde behaupten, der film sie schuld an zukünftigen kriegen der usa oder sowas, es geht um das gesamtsystem, in dem dieser film ein erschreckendes beispiel ist, eben weil man hätte vermuten können, dass er ein ganz kleines bisschen intelligenter/fortschrittlicher ist als red dawn oder ähnlicher rassistischer scheiß. aber das ist er nicht.
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    man könnte da ja klein anfangen, überlegt einfach mal, wie es gesen wäre diesen 0815 milchbubi/generic white male-identification character durch die von mir gestern einngebrachte latina zu ersetzen. schon hagelt’s karmapunkte.

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