Omti
Wikipedia und die Medien

6 Kommentare | 13.02.2009 | Tous les Crêpes |

Einige von Euch können sich bestimmt noch an die Bildschlagzeile vor ein paar Tagen erinnern (beim Vorbeigehen eines Kiosks, Dönerbude, Abo ;) etc.), in der der vollständige Name des neuen Wirtschaftsministerns es zu einer Schlagzeile brachte. Falls nicht, hier nochmal zur Auffrischung:

Nun hat ein Artikel im Bildblog und ein Interview in der Zeit aufgedeckt, dass ein Name dieser „Namensschlange“ frei erfunden und von einem Unbekannten bei Wikipedia eingefügt worden ist, den die Medien (nicht nur die Bildzeitung) aus dem Laienlexikon ungeprüft übernommen haben. Noch Eindrucksvoller, dass nach Bemerkung des falsches Vornames dieser aus Wikipedia gelöscht, aber wenig später wieder eingefügt worden ist, mit dem Beleg, das ja viele Medien diesen Namen benutzen.

Da bekommt ein Bild der Satirezeitschrift Titanic gruseligen Wahrheitswert:

1211a-infogesellschaft_011

Hier noch ein Interview mit dem Thema „Wikipedia ist ein heimliches Leitmedium“.

6 Gedanken zu „Wikipedia und die Medien

  1. sleepyhead

    Ja, ja, Wilhelm oder nicht Wilhelm, das ist hier die Frage… Hab über das Dilemma heute auch was in der aktuellen tagespresse gelesen (nicht BILD), ist natürlich dumm gelaufen.

    Mich nervt, dass es momentan keine echte Alternative zu Wiki gibt. Wenn der gute Brockhaus doch mal sein angekündigtes Online Angebot starten würde!

    Bis dahin, Wiki glauben oder echte Bücher wälzen…

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  2. jjobo the hobo

    ich will mal annehmen, daß die damen und herren der bild und deren geschätzte leser sich DIESEN namen noch weniger merken können als ich (wobei meine motivation jetzt auch nicht SO hoch ist …), ein wilhelm hin oder her.

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  3. OmtiOmti Artikelautor

    @head of sleepness: da stimme ich dir zu, für uns „Stinos“ (StinkNormale) gibt es keine wirkliche Alternative, was sehr schade ist. Wikipedia kann man prima als Einstieg zu einem Thema nehmen, um dann weiterzurecherchieren. Wikipedia würde ich auch niemals als Quelle in einer wissentschaftlichen Arbeit angeben, im Gegensatz zu einigen anderen meiner Kommilitonen.
    Journalisten sollten sich nicht auf die Informationen in der Wikipedia verlassen, schon gar nicht, wenn es um die Titelgeschichte geht.

    @hobo the jobo: naja es geht hier ja nicht um den wilhelm, sondern darum, dass Journalistenich(nicht nur die von der Bild -> siehe Interview) Informationen ungefragt aus der Wikipedia entnehmen, das recherchieren nennen und es verbreiten. Und darum, dass Fehlinformationen aus der Presse als Belege für Eintragungen in der Wikipedia dienen und so falsche Tatsachen ungeprüft ihre Verbreitung finden.
    Das Einfügen von Wilhelm in den Artikel in die Wikipedia war ein Experiment, welches genau diesen Umstand unterstrichen und bewiesen hat.

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  4. jjobo the hobo

    ich wollte einfach nur einen kommentar auf den wie immer total bekloppten bild-titel abgeben. muss schon schön sein, in einer welt zu leben, in der so eine beknackte lapalie wie die vielen namen eines politikers auf seite eins steht, d.h. thema des tages, also das wichtigste, was sich and diesem tag ereignet hat, ist.

    kannte die story auch. spiegel(online?) hat den namen ja angeblich auch falsch von wikipedia abgeschrieben.

    die graphik ist wunderschön! wir hatten uns auch schon sehr über diese wahrheits-generierungs-maschinerie (wikipedia < - > medien) gefreut, hier isses nochmal auf den punkt gebracht.

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