Auch nicht uninteressant

6 Kommentare | 05.02.2009 | Ideologies, Tous les Crêpes |

Da sich aus meinen Beiträgen zum Thema Politik immer so heiße Diskussionen ergeben (…) hier nochmal ein neuer Versuch: Ich hatte da schonmal ein bischen mit crockl drüber geredet inwiefern das Netz (Online-Ausgaben von Zeitungen, Blogs etc.), den Medienkonsum aber auch die gesellschaftliche Beteiligung an Politik etc. verändern.

Eines der neusten Beispiele, die ich wirklich beachtlich finde, kann man seit einigen Tag verfolgen: Markus Beckedahl, der Betreiber von netzpolitik.org wurde vor einigen Tagen von der Bahn abgemahnt, weil er ein internes Dossier veröffentlichte, das sich inhaltlich mit dem Datenschutzskandal der Bahn befasst. Dieses Vorgehen schlug hohe Wellen und nachdem viele große Online-Magazine darüber berichteten (Heise, Spiegel etc.), schwappte das Thema auch in die Offline-Medien, Deutschlandradio berichtete heute morgen darüber und der Fall ist heute auf der Titelseite der Printausgabe der taz.

Mein Vater meinte außerdem mal, daß nach massiven Protesten im Internet die schwedische Regierung ein Gesetz rückgängig gemacht hat, daß die Internetüberwachung betraf.

Mich macht sowas irgendwie hoffnungsvoll.

6 Gedanken zu „Auch nicht uninteressant

  1. jooki

    Naja, andererseits degenerieren die Onlinevarianten verschiedener Printmedien zu dümmlichen Content-Schwämmen: Hauptsache es gibt im Minutentakt neue Artikel.
    Das unabhängige, kleine, sog. „Privatmeinungs“- Medien
    aufklärerisch wirkungsvoll tätig würde ich gerne noch deutlicher sehen. Zum Beispiel gerade beim Ben einen Artikel über coole Anti-Online-Kinderpornografie-Pläne der Familienministerin gesehen.. aber kratzt es wirklich so richtig wen aus der „Bloggosphere“ heraus, oder platzen diese Empörungsblasen einfach unvorhersehbar und zufällig?

    Antworten
  2. jobo the hobo Beitragsautor

    die anti-kinderpornographie-gesetzespläne werden in der politischen blogsphäre durchaus kritisch betrachtet (netzpolitik hat da auch mal was gebracht). problem ist hier natürlich, daß es wie immer erstmal nur als randthema gesehen wird und wenn dann die ersten leute merken, daß (unter garantie) in ein paar jahren nicht nur kinderpornos sondern auch torrent-tracker und andere von der regierung nicht gewünschte inhalte zensiert werden ist es mal wieder zu spät um noch irgendwas zu verhindern. das wird genauso von erstmal durchgewunken wie die three-strikes politik und andere krasse sachen.

    natürlich ist der spähdorn-fall eine öffentlichswirksame sache und bei themen die eher netzaffin sind und heinz und kunz nicht so interessieren dauerts erstmal bis man die menschen dafür sensibilisiert sind. gottseidank helfen uns die bahn und telekom ja so schön dabei.

    und auch war, daß da viel müll verzapft wird im schnellen online-journalismus. allerdings muss ich sagen, daß z.b. telepolis immer wieder dinger bringt, die einfach so umfangreich und tiefschürfend sind, daß ich sie genausogut finde wie normale print-artikel. weiß aber nicht genau, was bei telepolis jetzt auch in den printausgaben steht, insofern…

    Antworten
  3. crockl

    hey leutchen, zu jobos seitenhieb zu beginn des posts: seid mir nicht böse, aber ich kann über den blog, glaube ich, an keiner solchen diskussion teilnehmen! meiner meinung nach ist dies nicht der richtige ort dafür…nicht nur wegen des titels unseres blogs (und seiner ursprünglichen »idee«), sondern auch, weil ich blogs grundsätzlich nicht als diskussionsmedium (nicht: informationsmedium) nutzen mag. dies aus ähnlichen gründen, warum ich chatten als nette aber dennoch ziemlich arge zeitverschwenung halte. es ist ja nicht so, dass wir auf unterschiedlichen kontinenten leben und nicht auf archaischem wege mit den stimmbändern labern könnten! Das heißt nicht, dass ich die beiträge u.a. vom jobo doof finde, ich kann da nur nicht so recht zeit aufwänden zu diskutieren, wenn da am ende ein fragezeichen steht. ich denke, jeder sollte hier posten worauf er bock hat und anspruchsvolles ist mir sehr willkommen genauso wie ordentlicher kwatsch. lustigerweise hat das auch ein bisschen mit dem inhalt des obigen artikels zu tun: man kann ja nicht von einem immanenten, zwangsläufigen verlußt von niveau und tiefgründigkeit sprechen, sobald journalismus (u.a.) im internet statt findet bzw. darüber kommuniziert wird…deswegen ist es ja so wichtig, für einen bestimmten inhalt das richtige medium zu wählen! man muss einfach verdammt aufpassen, dass man nicht schleichend seine gesamte information und kommunikation aus/über eine art von medium praktiziert! häng hier eh schon viel zu lange vor dem rechner …

    Antworten
  4. jobo the hobo Beitragsautor

    wohl gesprochen! ich schätze an diesem medium (oder allgemein text) allerdings, daß es eine ganz andere herausforderung ist, sachverhalte und meinungen schriftlich zu fassen und nicht sich nur einen abszulabern. wobei ich jetzt nicht die hohe kunst der diskussion verbrämen will. aber seine gedanken konzentriert zu papier bzw. bits zu bringen find ich auch immer wieder spannend.

    Antworten
  5. Omti

    Bevor die Diskussion über die Diskussion hier in der Versenkung verschwindet, komme ich nicht daran vorbei, den Kommentarbereich noch einmal für meine Meinung zu öffen.
    Auch ich finde, dass ein Blog nicht die beste Plattform für eine Diskussion darstellt (obwohl wir hier wohl grad soetwas wie eine Diskussion betreiben). Ein Forum wäre da weitaus besser geeignet. Eine Diskussion in Schreibstil zu betreiben, finde ich auch interessant. Es wird vielleicht weitaus emotionsloser diskutiert, wobei damit wohl auch „ausgereiftere“ Beiträge erscheinen werden, weil mehr Zeit zum nachdenken und formulieren vorhanden ist.
    Ich finde es richtig und auch wichtig, ernste, interessante Postingss zu schreiben, nur sollte sich nicht gewundert werden, wenn dazu keine Diskussion zustande kommt, zumal wenn man zu dem Thema dieses Blogs schielt. Wenn der eine gerne in einem Blog diskutiert, muss der andere das noch längst nicht gerne machen, worunter auch ich falle.
    Weiterhin kann ich zu dem Thema sagen, dass ich, und das ist natürlich sehr subjektiv, mich kaum bis garnicht auf Blogs rumtreibe, weil für mich auf diesen des öfteren nur Laienjournalismus betrieben wird. Ich habe oft genug erlebt, dass Themen (aufgefallen ist mir das beim angesprochenen Thema three-strike) aus dem Zusammenhang gerissen werden, falsch gedeutet werden und meist ohne weiterführende Quellenangabe irgendwelche Aussagen getroffen werden, die dann als Grundlage für wiederrum andere Blogeinträge genutzt werden. So verbreitet sich dann auch schnell ein falsches Bild. Die Web2.0 Geschichte (Blogs, Wikis usf.) lassen nun mal die Freiheit zu, dass wirklich jeder, der Internetzugang hat und möchte, seine Meinung in die Welt blasen kann. Und ja, es gibt auch durchaus gute Blogs, man muss sie nur finden.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.