5 Gedanken zu „Game of Thrones Season 4: Trailer #1 (HBO)

  1. jooki

    Ich freu mich schon auf die nächste Staffel grandios inszenierten Fantasytrashs, die gewisse wohl proportionierte Dosis Bullshit, die ich meinem Alltag gestatte. Noch genug Zeit um in wöchentlichen Doublefeatures die bisherigen Seasons durch aufzuarbeiten!… Aber stimmt schon der Handlungsstrang von Daenerys ist schwierig, zumindest stilistisch, erinnert mich oft an Xena…

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  2. jooki

    …na toll, jetzt hab ich angefangen darüber nachzudenken. Wir haben doch tatsächlich vergessen den latenten Sexismus zu geißeln und die überkommenen Rollenmuster die GoThrones durchziehen!? Für alle Genies da draußen: Die Charaktere der Serie müssten fast ausnahmslos wegen Mordes und Verbrechen an der Menschlichkeit verknackt werden!

    Es darf also bezweifelt werden, dass die Dothraki substanziell und absichtsvoll schlechter dargestellt werden als die Boltons, Freys oder Greyjoys, die ganze Gemeinde von Axtschwingern, Folterern und Meuchelmördern. Nur dann würde aus den zweidimensionalen Klischees tatsächlich eine tendenziöse Propaganda. Die „farbigen“ Klingonen werden in Star Trek auch nicht schlechter dargestellt als die kreidebleichen Romulaner. Und die Orks in Herr der Ringe sind einfach böse, gruselige Monster und sie werden nie unsere Freunde sein. Das ist an sich schonmal eindimensional, richtig albern wird’s aber erst, wenn jemand ankommt und die Orks für eine intendierte Beleidigung der M?ori hält, weil sie den Kram in Neuseeland gedreht haben. Kritisches Denken ist auch gefordert zur Differenzierung zwischen Fantasy und Realität.

    Wer sich denselben Bullshit reinzieht, wie alle anderen und es hinterher nötig hat sich davon zu distanzieren, existiert halt auch nicht im Einklang mit sich selbst. Das undifferenzierte, reflexartig aus dem Zusammenhang gerissene Abreagieren an gewissen, auftauchen Reizthemen und Mustern halte ich für absichsvollen Echauffismus. Dann hängt man mit Krampfadern vor der Kiste und tackert das Internet mit Sachen voll die entweder alle schon wissen, die es überhaupt raffen. Garantiert ist aber, das es in dieser angestrengten Form auch wirklich niemanden interessiert, der es nicht auch aus Leidenschaft betreibt um sich besser zufühlen… oh,
    äh …ich hab gerade wieder etwas Wichtiges gelernt, ganz für mich selbst. Und genau, ich poste mein Pamphlet nur noch zu Selbstläuterung und gelobe meine Energie in Zukunft auf konstruktive Dinge und reale Probleme zu richten.

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  3. j

    Dieses „Der (weiße) Autor stellt aber nicht nur die schwarzen sondern auch die weißen Charaktere als böse da“-Argument funktioniert halt erst in einer Welt, in der es genausoviele positive Darstellungen von Nicht-Weißen wie von Weißen in den Medien gibt und davon sind wir Jahrtausende entfernt. Davon mal ganz abgesehen, dass sich GRRM diesem gruseligen kolonialistischen „Weißer Erlöser“-Mythos bedient.

    Auch „einfach böse Monster“ wie die Orks (oder Zombies … Hallo, TWD) sind durchaus nicht unproblematisch, weil damit so eine, äh, Entmenschlichung dahergeht (siehe). Die sind halt böse, deswegen darf der strahlende (männliche, weiße) Held sie reihenweise ermorden, ohne sich moralisch darüber Gedanken machen zu. Untermenschen, die ZUFÄLLIG eine dunkle Hautfarbe haben, ein Schelm, der dabei Böses denkt (im Falle von Tolkien ist der Rassismus dann noch offensichtlicher, wenn mit den Orks auch noch arabische/mongolische Menschen auf der Seite Mordors kämpfen). Ja, haben wir alles schon diskutiert und wie immer wär‘ das alles kein Problem, wenn es auch auf der „guten“ Seite ein paar nicht-Europäer gäbe oder dieses Schwarz = Böse / Weiß = Gut-Klischee häufiger mal gebrochen werden würde. Wird es aber nicht. Und ja, auch das „Is ja nur Fantasy-Unterhaltung“-Argument hatten wir auch schon zu genüge.

    Mit den Maori hab ich keine Ahnung aber der LotR/Hobbit-Rummel kommt denen natürlich nicht zugute. (Via)

    Ich weiß nicht genau was dein Problem im letzten Absatz ist aber dann viel Spaß im Elfenbeinturm, wenn dich das glücklich macht, ist das natürlich wichtiger als wenn mit dem kritischen Auseinandersetzen vielleicht irgendwann mal mehr Menschen glücklich werden (die z. B. nicht wie du und ich weiß, männlich, hetero und auch noch auf ca. allen anderen möglichen Arten priviligiert sind). Und jetzt sind wir wieder beim „Macht auf Demos gehen Sinn“-Ding. Aber mir wurden in den letzten Jahren schon des öfteren die Augen geöffnet von Menschen aus marginalisierten Gruppen, die sich „reflexhaft“ und „undifferenziert“ über was „echauffiert“ haben was ihnen wichtig ist, insofern kann’s schon sein, das es was bringt. Und ich bin froh, dass ich diese Sachen jetzt sehe und weiß, klar macht das die Dinge nicht immer einfacher aber so what. Der zweite, meiner Meinung nach wichtigere Link beschäftigt sich ja grade damit wie man etwas konsumieren und gut finden kann und sich gleichzeitig der problematischen Aspekte bewusst ist und die kritisch sieht. Und es dann, wenn sich die Gelegenheit vielleicht doch mal bietet besser macht. Ich denk‘ das ist ’ne ganz gute Art „in Einklang mit sich selbst zu sein“ ohne auf Ignoranz zurückgreifen zu müssen.

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  4. jooki

    Schaut man sich die Handlung an, spielt sie bisher doch größtenteils, in einer Art nordeuropäischem Fantasy-Mittelalter. Und so hat die Serie eine komfortable Mehrheit von bösen, psychopatisch mordlustigen, weißen Hauptcharakteren, salopp über den Daumen gepeilt. Die Wildlinge nördlich der Mauer sind auch kein Stück zivilisierter inszeniert, als diese Dothraki und die über allem drohend thronenden Oberschurken heißen „Weiße Wanderer“! Die nächste Staffel müsste zudem tolle, intrigante und dunkelheutige, dornische Fürsten aus dem Süden von Westeros ins Spiel bringen. Im übrigen wird Daenerys im Laufe der Handlung die von ihr „erlösten“ Städte ins Chaos stürzen, bevor sie sich am Ende wieder mit den Dothraki zusammen rauft um ihr Conquest zu retten… ( was meine persönliche Interpretation der letzten bis jetzt veröffentlichten Buchszene ist ).

    Ließe das alles nicht auch die Interpretation zu, GoThrones sei ein ziemlich ausgewogenes Multikulti-Gemetzel? Aber man kann sich da natürlich seine Rosinen picken und daran systematischen Rassimusvorwurf konstruieren. Dass man es damit aber auch schlicht und ergreifend übertreiben kann, ist alles was ich sagen wollte. Man diskreditiert kritisches Denken, wenn durch Einseitigkeit oder Überzogenheit bloß Widerspruch provoziert wird.
    Aber nachdem ich jetzt selbst auf den Leim gegangen bin mit meinem Widerspruch, halte ich nun schön meine vorlaute Besserwisser-Klappe. Wenn ich im Sinne kritischen Denkens anfange, gedankenloses Entertainment-Gerödel zu verteidigen, bin ich fürs erste grandios gescheitert genug.

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