»Nur ungern nimmt der Handelsmann statt barer Münze Stuhlgang an«

3 Kommentare | 06.02.2009 | Tous les Crêpes |

Ähnlich behämmert wie das Katholiken-Karussel war in letzter Zeit eigentlich nur die Zumwinkel-Verwirrung, von der ich nur wenig mitbekommen habe, aber mal wieder so eine typische „Leute mit viel Geld müssen keine Angst vorm Richter haben“-Geschichte war, wunderbar zusammengefasst und mit den ewig bleibenden Fragen versehen hier in einem der besten taz-Artikel seit langem.

3 Gedanken zu „»Nur ungern nimmt der Handelsmann statt barer Münze Stuhlgang an«

  1. crockl

    eiderdaus (<- ja es wird bald ein etymologie-kolumne geben) !! ist wirklich symphatisch geschrieben…ich raffs auch net! wozu haben wir einen diplom-juristen in unserer runde? i will make him answer!

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  2. sleepyhead

    So, hier also der dipl. jur. wie er leibt und lebt. Will hier jetzt nicht einen riesigen Sermon schreiben, deshalb nur Folgendes: Es handelt sich NICHT um eine typische „die Reichen müssen keine Angst vorm Richter haben“ Geschichte.

    Zwei Jahre auf Bewährung, ne ordentliche Geldstrafe und natürlich Nachzahlung der gesamten Steuerhinterziehungssumme ist doch nicht ohne.

    Das ein Geständnis bzw. die positive Mitwirkung des Angeklagten seinem Strafmaß zuträglich sein kann ist vom Gesetz ausdrücklich vorgesehen.

    Ich weiß auch nicht woher der gute Redakteuer der taz immer seinen DEAL hervorzaubert. Den hat es nach offiziellen Angaben nie gegeben. Der Prozess ist so schnell von statten gegangen, weil Zumwinkel gleich zu Beginn ein umfassendes Geständnis abgegeben hat und sich dadurch eine umfassende Beweisaufnahme erspart hat. Sein gutes Recht.

    Selbst wenn es einen Deal gegeben hat, ist dieser nicht verboten. Mittlerweile gibt es recht konkrete Voraussetzungen und Vorgaben für einen solchen Deal, die, um den Deal zulässig zu machen, gegeben sein müssen. Deals sind nicht per se schlecht, sondern oftmals ein wichtiges Instrument der Rechtspflege, um diese am Laufen zu halten.

    Zu guter Letzt: Was erwarten die Menschen tatsächlich für ein Straßmaß? Mindestens fünf Jahre Zuchthaus für Zumwinkel? Es geht hier um Steuerhinterziehung, nicht um Raub, Totschlag, Terrorismus… Man könnte manchmal das Gefühl haben, dass das teilweise vergessen wird.

    So, genug gequasselt, mein Standpunkt sollte klar sein. Stehe gerne zum persönlichen Gespräch bereit.

    Euer sleepyhead

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  3. jobo the hobo Beitragsautor

    Hear, hear! Interessant!

    Ich weiß aber trotzdem nicht, ich hab von anderen Medien als der taz auch gehört, daß ihn die Strafe wenig kratzen würde, bei der Knete, die er hat. Wobei ich persönlich nichts darüber weiß wieviel Geld der Herr hat und insofern… Schön das mal aus einer anderen Warte zu sehen.

    Dieser »Das ist die kleinste Kirche in meinem Garten«-Joke war aber trotzdem toll.

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