7 Gedanken zu „Musica

  1. j

    Sogar falls es Brownface/Blackface ist, bleibt das Kotze-Cover ein recht grusliger rassistischer Ausrutscher.

    Spaßbremse_mode end

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  2. j

    Ich finde das auf mehreren Ebenen problematisch. Zum einen ist hier, glaube ich, das Stichwort Cultural Appropriation, d.h. wenn er als Angehöriger einer priveligierten Gruppe (weiß, westl. Kulturkreis) kulturelle Symbole, Kleidung, Schmuck etc. von anderen Kulturen aneignet, ist das nicht nur beleidigend für Angehörige diese Kultur (Culture as a costume), er führt damit auch kolionalistische Traditionen von Identitätsvernichtung fort (Symbole wie Kimono, Federschmuck, (Henna-)Tattoos, Dreadlocks etc. werden aus ihrem kulturellen, inhaltlichen Zusammenhang gerissen und als Kostüm oder modisches Accessoire benutzt).

    Zum anderen nutzt er hier seine Privilegien aus: er kann sich diese Symbole ohne negative Konsequenzen für ihn aneignen und v.a. auch wieder ablegen. Angehörige der jeweiligen Kultur hingegen müssen aufgrund dieser Symbole im besten Fall komische Blicke, im schlimmsten Beleidigungen, Racial Profiling, Mord etc. befürchten.

    Außerdem verkleidet er sich ja nicht als generischer Inder, sondern irgendwie als orientalischer Zauberer(?) oder so (-> Orientalismus), was bei mir Assoziationen mit so Jahrmarktatraktionen à la Wahrsageautomat, Schachtürke etc. hervorruft. Ich hab‘ mich damit noch nicht eingehender beschäftigt, denke aber das auch eine eher abstoßende, rassistische (entmenschlichende?) Tradition ist, die man nicht reproduzieren sollte.

    Wär‘ so einfach gewesen den Turban wegzulassen oder durch einen spitzen Zaubererhut zu ersetzen.

    Nichtsdestoweniger

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  3. Omti Beitragsautor

    Also ich weiss, dass er in Indien unterwegs war und sich damit wohl auch auseinandergesetzt hat und ich würde ihm auch deshalb jetzt kein Rassismus ankreiden. Ich habe deine Links nicht alle durchgelesen, finde aber wie gesagt nichts schlimmes an dem Cover und finde auch, dass sowas künstlerisch völlig durchgeht. Dann kann man wieder über Kunst diskutieren und was damit transportiert werden soll etc. Wir hatten solche Diskussionen hier ja schon, ich will da absolut keine Neue aufmachen. Aber eine, echt ernsthafte, Frage habe ich doch noch: Ist denn das Tragen von Bayrischen Trachten rund um die Welt zur Oktoberzeit auch cultural appropriation?

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  4. j

    Apropos er war in Indien: Ich hatte auch drüber nachgedacht, wie das ist wenn man z. B. von einer Japanerin einen Kimono geschenkt bekommt (wenn wir in diesem Falle eine Dame wären). Ich denke, dass wäre dann weniger problematisch, wenn die Person das trägt, denke aber, dass frau da trotzdem sehr vorsicht sein muss, und sich nicht wundern sollte, wenn andere das nicht gutheißen (es gibt of Rechfertigungen á la mein Freund aus dem Kulturkreis fand das okay, was leider nicht heißt, dass es nicht trotzdem rassistisch ist). Nicht einfach das.

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  5. Omti Beitragsautor

    Ja, den Kimono kann man ja auch tragen, weil der hübsch ist, der bequem ist, die Kultur Japans wertschätzt und so auch zum Überleben dieser Tradition beiträgt, funktioniert also auch andersherum würde ich mal sagen. Gilt übrigens auch für Dreadlocks etc. Ins Lächerliche ziehen ist natürlich was anderes. Was für einen Aussenstehenden rassistisch ist, ist für den Betroffenen vielleicht nicht rassistisch sonder witzig, wird wertgeschätzt etc. Ist vielleicht auch eine Anmassung mancher in den ‚privilegierten‘ Kreisen, darüber zu urteilen, was rassistisch für die Armen nicht-privilegierten ist. Kann ja wirklich sein, dass Koze mehrere Jahre in Indien gelebt hat und das Cover was besonderes darstellt, was gar nicht problematisch ist. Da kenne ich Koze und Indien zu wenig, aber genau deswegen wage ich mir kein Urteil in diese Richtung. Aber kann dich auch verstehen, dass so ein Bild dann solche Assoziationen auslöst, gerade weil du in diese Richtung ja auch dich aktiv beliest und sensibilisiert bist. Aber schlussendlich, zieh dir die Mukke rein und blende das Cover aus :).

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