Pixelblut

10 Kommentare | 10.11.2011 | Animnation, Cinematograph, Gamez, Tous les Crêpes |

Ach Gottchen, wie sieht das denn aus? Hier ein Ausschnitt aus dem neuen Pfilm von dem 300-Typen. Vielleicht nichts für ganz schwache Gemüter.


via io9

Interessant ist hier Folgendes: Die Bösen – erkennbar daran, dass sie so dunkle Hautfarbe haben … m( – werden sauber zerhackstückelt, immer schön draufhalten. Aber wenn die Arier ein auf die Fresse kriegen wird schnell weggeschnitten (1:08). Ist das so wie bei Computerspielen á la „Wir machen den Bösen Insektenköpfe und grünes Blut, dann gelten sie nicht als Menschen (Gears of War) und wir bekommen eine niedrigere FSK-Freigabe“? Oder geht das noch weiter: Sehen wir die Bösen im Clip weniger als Menschen an (weil sie so dämonenmässig gestyled sind), deswegen tut uns das zerhackstückeln nur wenig weh (= weniger Empathie), bei den glorreichen Menschen würde uns aber mehr schlecht werden? Das erinnert mich schon wieder sehr an meine wissenschaftliche Arbeit zum Diplom (Horror).

Hören sich die Soundeffekte bei euch auch so völlig übertrieben übersteuert an (beim Hammerwurf bei 0:19 z.B.)? Was für eine komische Plastikwelt.

UPDATE: Ups, das ist übrigens NICHT der neue Film vom 300-Typen (das wäre Zack Snyder, der hat 300, SuckerPunch, Watchmen (WTF) und anderen Bullshit gemacht), Immortals ist von Tarsem Singh, seines Zeichens bekannt für The Cell und The Fall und jetzt geht’s mit dem aber noch vieeeeel schneller gaaaaanz gehörig abwärts. Gut, dass das sonst niemandem aufgefallen ist, ist ja auch der ewige Hollywood-Propaganda-Einheitsbrei.

10 Gedanken zu „Pixelblut

  1. jooki

    dieser cut, wenn der gute getötet wird ist echt grotesk. das ist ebenso albern wie brutal. ebenso geschmacklos wie schrullig. ein wiederwärtiger blödsinn!

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  2. j

    ich frage mich, ob der echt getötet wird. das wär echt ein grund, diesen film zu gucken: wenn das nicht nur so random-good-guys sind, wär es wahrscheinlicher, dass sie seinen tod dramatischer inszenieren. der perfide schluss daraus wäre: böse werden abgemetzelt, gute nur k.o. geschlagen (weil sie halt so geil sind, sind sie nicht so leicht zu töten).

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  3. jooki

    Wir ham uns alle schon so viel Bullshit reingezogen, da brauch man sich kaum mehr unnötig eschoffieren. Ich bin eher so abgeturned, weil ich mir das jetzt zum dritten Mal reingezogen hab und die kindliche Faszination für Darstellungen solcher Machtfantasien auch nach einiger Reifezeit nachhallt. Ansonsten darf wohl davon ausgehen, dass hier ein Schmankerl für die Fangemeinde zusammen geschnitten wurde. Darin die Edlen das Kroppzeug wechhacken, denn so gefällt sich der Mensch in Anbetracht der vollendeten Stumpfsinnigkeit seiner fiktiven Feindbilder.

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  4. j

    ja, mit dem vorwurf des billigen rassistischen feindbild muss sich ja selbst tolkien auseinandersetzen (zu den horden mordors gehören ja auch völker, die irgendwie arabisch oder asiatisch anmuten).
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    bei mir ruft sowas immer den wunsch hervor mal einen fantasy-roman in andersrum zu schreiben: „südländische“ helden wehren sich gegen arische unterdrücker oder so.
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    das einzige mir bekannte beispiel für sowas in der art sind übrigens ursula k. le guins earthsea-bücher (die ignorierte dunkle hautfarbe ihrer charaktere ist ein weiterer punkt, warum die ghibli-verfilmung des stoffes scheiße ist).

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  5. KefRoyal

    Word für Jooik. Ich glaube, ich hab aufgehört, mich über schlechte Filme aufzuregen und mich stattdessen über die guten zu freuen. Und bei Filmen wie diesem hier, kann ich mich dann auf diese kindlich-primitive Schwarzweißlogik (literally…) einlassen und für ne Stunde mal das Andere das Böse sein lassen. Fraglich nur, ob die Allgemeinheit differenziert…
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    Bei Indiana Jones sind immer die Nazis die bösen!

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  6. j

    ja, das ist genau die frage, kef: kann die allgemeinheit (oder zu gewissen grad auch wir) das differenzieren, wenn wir es tausendundeinmal vorgesetzt kriegen, dass dunkel = böse ist? oder wird da was in unserem unterbewusstsein verankert, was bullshit und gefährlich ist? ich finde das, wenn ich drüber nachdenke, schon recht bedenklich.
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    wie issen das in nicht „westlichen“ kulturen, wie wird da das böse/andere diffiniert/bebildert? ja wohl nicht mit weiß?
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    ich find die chinesische mauer ist ein schönes historisches symbol für fremdenangst. wie sehr muss man sich fürchten, wenn man die mühe auf sich nimmt eine tausende kilometer lange mauer zu bauen, nur um sich „von den wilden“ abzugrenzen. heftig.

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  7. j

    auch beängstigend, wenn man dann die parallele zu den (nicht ganz so sichtbaren) grenzen um die eu zieht.

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  8. KefRoyal

    Haste wohl Recht. Die unterschwelligen, neurologischen(?!) Wirkungen bzw. ob sie da sind, kann man schlecht einschätzen bzw. kann man wohl eher negativ sehen.
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    Gute Frage, ich schätze mal, weil gerade was Filme angeht, diese „Praxis“ ja sehr von Hollywood geprägt ist, wird es ähnlich sein. In irgendwelchen steinzeitmenschlichen/mittelalterlichen Darstellung sind diese Sachen ja auch nicht so.
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    Chinesische Mauer gutes Beispiel, word!
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    Und was ist jetzt mit Indiana Jones?
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    ?
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  9. j

    ich hab indiana jones nie gesehen, kann den hauptdarsteller (wie auch immer er jetzt grad nochmal heißt) nicht ausstehen.
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    nazis sind aber ein schönes feindbild, nicht umsonst etabliere ich das seit jahren als schimpfwort für alles negative (ich weiß, dass das ca. so sinnvoll ist wie „schwuchtel“ aber nazis haben es verdient als synonym für „scheiße“ zu gebraucht zu werden).
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    ich will schon seit jahren eine illustration machen wo thor und störtebecker hitler/nazis aufs maul geben, weil die nazis die beiden so mit ihrer braunen scheiße zu vereinnahmen versuchen. vielleicht wird das eines tages was.

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  10. Pingback: web-crap » Post Topic » Hollywood Propaganda VS Filmmaking

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