Re: „Schmähkritik“

4 Kommentare | 03.04.2016 | Gesellschaft, Ideologies, Politics, Racebender-Genderblender |

„Das Problem ist, dass dieses Gedicht rassistisch ist.

[…]

Oder, noch besser: Lest das Gedicht. Der türkische Mann riecht nach Döner. Ein Schweinefurz riecht schöner. Warum ein Schweinefurz? Weil das Tier im Islam als unrein gilt. Es ist also die Beleidigung des Mannes über dessen Religion. Sogar das Tier, das er zu Hassen verdammt ist, riecht in dem Augenblick noch besser, wenn es bestialisch stinkt.

[…]

Ansonsten schlägt der türkische Mann Frauen, fickt Ziegen, und hat „Fellatio mit Schafen“. Auf der langen Liste der Türken-Beleidigungen sind das alles Begriffe, die ich bei einer Runde Bingo „So sprechen Deutsche über Kanaken“ auf mein Zettelchen schreiben würde.“

Hakan Tanriverdi auf jetzt.de (Via @sanczny)

Und wieder was gelernt: auch jetzt.de könnte seine Kommentarspalte einfach komplett zumachen und das Internet wäre ein ganz bisschen weniger ekelhaft.

4 Gedanken zu „Re: „Schmähkritik“

  1. joik

    Ich wollte dich schon darauf hinweisen, dass du doch noch mal genaue Nachlese des Gedichtes betreiben solltest, denn es ist ja nun Mal in jeder erdenklichen Hinsicht bewusst verletztend vormuliert. Ich denke ja, dass man durchaus Vieles sagen kann, die entscheidenden Fragen dafür sind Wie und Warum?

    Natürlich ist das Wie mit ironisch zu beantworten, Einleitung und Darlegung gehören ebenso zum Beitrag, wie der gerne isoliert konsumierte Wortlaut und sein Erregungspotential.
    Aber Warum? Dass konnte ich auch noch nicht so recht klären. Einfach für den Skandal? Das Merkel sich inzwischen duckmäuserisch bei jemandem wie Erdogan entschuldigt ist natürlich schon mächtig. Irgendwie war Böhmermann wohl das neue moralische Einheits- und Überlegenheitsgefühl der Deutschen zu doof und er wollte dem Mainstream an den Karren fahren, dort sitzt der doofe Diktator und wir sind die Guten. Da hat Böhmermann eine Runde Bingo „So sprechen Deutsche über Kanaken“ gespielt, wie der Autor feststellt.

    Aber es leuchtet irgendwie nicht ein, denn die extra3 Satire war brilliant und hat diesen korrupten und machthungrigen Mann prägnant vorgeführt und auf Böhmermann folgt möglicherweise nur noch Kackophony!
    http://www.web-crap.com/schmaehkritik/

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  2. hal

    „Selbstherrliche Regenten haben es ja gerne, dass man sie mit Hymnen und Lobversen rühmt. Und diejenigen, die es nicht taten und tun, werden in der Türkei vors Gericht gezerrt. Hier bei uns hat sich einer mit einem Schmählied hervorgetan. Es geht nicht darum, über die Qualität zu befinden. Es geht eher darum, dass man sich die Einmischung verbittet, weil auch Spott und Häme (…) durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind.“ Feridun Zaimoglu

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    1. j Beitragsautor

      Eine Meinungsfreiheit, die heterosexistische und rassistische Ressentiments benutzt um ein Staatsoberhaupt zu beleidigen ist mit zu nah an der „Freedom of Speach“ die White Supremacists, GamerGater und Trump-Supporter als Ausrede für ihre Hasstiraden benutzen.

      Nicht alles, was gesagt werden kann, sollte auch gesagt werden (und nein, dass ist dann keine Selbstzensur, dass ist Rücksichtnahme auf gesellschaftlich weniger Privilegierte).

      Wenn Böhmermann so eine coole Sau ist, sollte es ihm doch gelingen nach oben zu treten ohne zu dem Schwall an ekelhafter Scheiße, der Homosexuelle, Türk*innen/Muslim*innnen etc. jeden Tag im Fernsehen und auf der Straße ausgesetzt sind noch beizutragen.

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    2. jooki

      Hal, bevor du Feridun Zaimoglu wieder zitierst solltest du dir vielleicht mal diese diskussion mit precht reinziehen. https://youtu.be/0gduw1NQUA8
      Der Typ ist neulich im LOT-Theater aufgefallen, wir er sich beweihräuchert mit dem gefühl dank der dichtung aus dem Prekariat aufgestiegen zu sein und trollt quer durchs Feuilleton. Kriegt aber zu einem konkreten Thema kaum eine zusammenhängende Aussage hin. Da war ich baff!

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