5 Gedanken zu „Stephen Fry

  1. Hauke

    Juten Tach die Herren.

    Ich bin Hauke, 5 Jahre treuer Mitbewohner von Kris. Er und Stefan haben mich auf die Web Craps aufmerksam gemacht und mein Bro und ich stalken euch hier mit großem Interesse. Ein dickes Lob für eure kreativen wie unterhaltsamen Ausbrüche an dieser Stelle. Joki hab ich übrigens auch mal kurz in Stefans WG kennen lernen dürfen.
    Ich wollte mal ein paar Gedanken zum Video loswerden. Bitteschön.

    Ich glaub aber, um das völlig zu begreifen, müsste man im aktuellen Geschehen der englischen Sprache tiefer drinstecken, also irgendwo in England wohnen. Wir können ja vermuten, dass das deutsche Pendant zu seiner Kritik die Kritiker der ach so häufigen „Oma’s Würstchenbude“-Apostrophe sind. Und da ich liebend gern allen aufs (ohne Apostroph!) Maul geben möchte, die diesen Apostroph und den in der Mehrzahl bringen, fühle ich mich direkt etwas angegriffen. Gibt es in Deutschland eigentlich einen Literaten (ist der Stephen Fry eigentlich ein solcher?), der Bastian Sick basht?

    Des weiteren kann man doch seine Aussage „It’s a matter of suitabilty – ther’s no right or wrong language“ auch nicht generalisieren. Klar, im Chat in den Weiten des Internets schreibt man for the sake of Schnelltipping und Konvenienz (geil eingedeutscht, luv it) komplett nur klein und kürzt ab, wo es nur geht. Aber wo hört die suitabilty auf und wo fängt dann bitte die harte Grenze der grammatikalischen Gesetze an? Schließt sie Oma’s Würstchenbude mit ein? Auf dem Schild in freier Wildbahn ja und auf Oma’s Internetseite und ihrem Twitter-Account nicht?
    Fragen, die ich mir selbst noch kaum gestellt habe, und die wohl kaum auch der Duden exakt zu regeln vermag. Vermutlich, weil durch die Weltsprache Englisch und die Internetrevolution, angefeuert durch den selbsterstellten Content des Web 2.0, die Rechtschreibung dieser Institution einfach aus der Hand gleitet.

    Und jetzt soll mal nicht bitte Herr Krämer (Verein Deutsche Sprache) mit seinen Sprachnazis und diesem Bch aus Quebéc, das behauptet, Englisch sei grundfalsch und Blödsinn bis aufs Blut, um die Ecke kommen. Seit dem sie meinem Vater dieses Buch untergejubelt haben, haben die eh ihren verbleibenden Respekt für sie bei mir verspielt (Anm.: Mein Vater steht mit dem VdS in engem Kontakt und er wird hin und wieder mit Veröffentlichungen des Vereins beglückt – mitunter tolle Verfechtungen der deutschen Sprachqualität. Man erinnere sich an den VdS-Beitrag im Deutschbuch der Mittelstufe und die damit im Zusammenhang stehende Vergabe dieses goldenen Himbeere-Preises an Jil Sander. Aber wer ernsthaft fordert, dass „Airbag“ zu „Luftpresssack“ oder „Luftdrucksack“ oder so ähnlich umgewandelt werden sollte, den kann man doch nicht ernst nehmen… Wie z.B. die völlig übergeschnappte Academie Francaise)

    Was sind eure Gedanken? Fühle ich mich zu unrecht ans Bein gepinkelt? Verstehe ich da was falsch?

    Schöne Grüße,
    Hauke

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  2. jobo the hobo Beitragsautor

    also ich bin auch ein heimlicher grammar-nazi und freu mich immer tierisch, wenn ich irgendwas finde (ich freu mich aber v.a. weil rechtschreibung und grammatik nicht meine stärke sind und wenn man dann mal was weiß is man stolz wie oskar).
    .
    denk ich mal ne minute drüber nach, seh‘ ich aber wie schwachsinnig das ist. bevor die gebrüder grimm (oder wer auch immer) den duden/das wörterbuch eingeführt haben, haben halt alle so geschrieben wie sie wollten. natürlich macht es sinn sich da so einigermaßen auf einen konsens zu einigen, um missverständnisse zu vemeiden aber insgesamt ist sprache sowohl im gesprochenen als auch im schriftlichen halt etwas lebendiges. ihr wie auch immer geartete korsette aufzuzwängen sind per se zum scheitern verurteilt.
    .
    und wie armselig wäre es bitte, wenn die sprache aufgrund von konventionen an ihrer entwicklung gehindert würde?
    .
    noch zu diesen anti-denglisch-spinnern: ich würde gerne mal wissen, wieviele prozent der deutschen sprache man wegstreichen müsste, wenn man nur die „wirklich“ deutschen (wie auch immer man das definiert) wörter haben will. einen sehr, sehr großen, denk ich ma.

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  3. Hauke

    He jobo,

    wie jetzt, willst du damit sagen, die Rechtschreibregeln sind per se Blödsinn (ok, die Rechtschreibreform ist bullshit, das is klar)?
    Also diesen gesellschaftlichen Konsens braucht man meiner Meinung nach schon. Mein Dad meinte zu der Sache, wenn es den nicht zumindest im Schriftbereich gibt, dann muss sich das Gehirn zu oft mit Wrörten auseiandrstzen, die merkwürdig geschrieben sind, aber an betreffender Stelle Sinn machen. Rechtschreibregeln als eine Art System zum Abnehmen von Gehirnprozessorkapazität.
    Letztlich wirft auch dies wieder die Frage Stephen Fry vs. Bastian Sick auf: wo hört die suitability auf und wo fängt das harte Grammatik-Territorium auf?

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  4. Hauke

    …ja Rechtschreibung. D’oh!

    ich meinte latürnich „…wo fängt das harte Grammtik-Territorium AN?“

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  5. j

    hihi, wir sind da einer meinung: ein geselschaftlicher konsens ist sinnvoll, damit alles irgendwie verständlich bleibt, nur muss man sich halt nicht immer und überall pedantisch dran halten und dran rummäkeln, wenn’s sich jemand mal ein paar freiheiten genehmigt, weil grade diese experimente/fehler die (schrift-)sprache insgesamt weiterbringt (evolution!).

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