und der pazifistische Gedanke, rechtfertigt noch jeden Post…

2 Kommentare | 02.09.2011 | Gamez, Ideologies, Jokey Joke, Tous les Crêpes |

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…das kann man natürlich so nich stehen lassen. Diese Werbung richtet sich natürlich an junge Menschen, die Nächte hindurch Weltraumkriege auf ihrer Multimediakonsole von solch inszinatorischer Brachialität führen. Nun scheint die Werbestrategie folgende zu sein, diese Youngsters an ihre weltlichen Bedürfnisse zu erinnern, sie müssen ja schließlich meist mit einem Auto an den Arbeitsplatz kommen, der ihnen die digitale Freiheit vor der Glotze finanziert. Wie in einem Sekundenschlaf zwischen drei und vier Uhr morgens, aus dem der Gamer plötzlich erwacht, als ihm sein Joypad aus der Hand fällt. Eine kurze, schemenhafte Vision, „Sind da soeben putzige Techno-Hamster über das pangalagtische Schlachtfeld gezappelt?!? Nur eine Sekunde der Verwirrung, die sich ins Unterbewusstsein ätzt wie Aliensäure, dort gärt und beschwören soll. „Kauf dir einen billigen, schmucklosen sükoreanischen Kleinwagen, Junge! Dann bleibt noch Geld für eine neue Grafikkarte, klar!“

Der besondere Reiz des in diesem Spot dargebotenen Humors erschließt auch eher Hartgesottenen, die zu besagter Nachtzeit vielleicht in eine kurze Sinnkrise verfallen, als sie den Ballerknüppel wieder unter der Couch hervorkrammen. Während sie sich also, derart aus ihrer Trance gerissen, in einem Anfall von Selbstreflektion mit der Frage konfrontiert sehen, „Was zum Geier mach ich hier in einer ätzend anstrengenden, simulierten Welt, in der man Türen nur durch Eintreten zu öffnen pflegt. In der die virtuellen Charaktere ihr Sprachvermögen scheinbar nur haben um ihre Trefferquote zu kommentieren oder die außerirdischen Agressoren im Hauptschuljargon zu beschimpfen. Von den eckligen Aliens wiederum wird natürlich auch im xten Teil nicht klar, warum sie so überzogen hässlich sind und immer, alles zerstören wollen. Klar, denkt sich der Zockende so ein Spiel will halt durchgezockt sein, da muss man kosequent handeln. Einzig darin liegt der tiefere Sinn der Veranstaltung, den man auf inhaltlicher Ebene verzweifelt sucht. Die Simulation permanenter Kriegszustände in Videowelten aus der Situation eines weitesgehend befriedeten, gesellschaftlichen Umfelds heraus, ergibt folgendermaßen Sinn: Es ist eine Gesellschaft im durchglobalisierten Spätkapitalismus, welcher ohne äußere, ideologische Feindbilder auskommen muss. In der sich die Leute vor die Glotze setzen, um  sich die absurdesten Bedrohungen vorkauen zu lassen und Feindbilder, die auf ihre banale, zwangsläufige Überwindbarkeit hin angelegt sind. Während der realen, gesellschaftlichen Grundkonstellation das altbekannte „There is no alternative!“ als einzige oberste Maxime eingefleischt ist, erscheint das Videospiel des frühen 21. Jahrhundert im Kern als Medium einer kollektiven Weltflucht. Ein Medium das kulturell die realen Verhältnisse adaptiert und deshalb  nichts weiter als eine endlose, substanzlos passive Beschäftigungstherapie sein kann. Bis eines schönen Tages die Hamster kommen, um uns das höchste Gebot zu verkündigen „Seid doch einfach nett zu einander!“ und „Everybody dance!“.

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